10.08. Banff - Revelstoke

Spiralen im Berg oder
da war doch was im Rückspiegel?

Es ist 6:40 als es heftig an unserer Tür klopft. Trotz Ohrenstöpsel bin ich plötzlich hellwach und antworte, haltet euch fest: "thank you we need no room-service", somit ist die sprachliche Anpassung fast vollständig vollzogen und einer sofortigen Einbürgerung steht nicht mehr im Wege. 
Die nette Dame ist zwar recht erstaunt, als wir ihr versichern, nein, wir hätten nicht angerufen, wir bräuchten nichts, da ist sie dann schnell wieder weg, super, so kann der Morgen ja beginnen.

Dass wir dann doch erst um 9.00 Uhr aufstehen, liegt wohl daran, dass wir Urlaub haben.
Heute Morgen gibt es Bagels und Brötchen, mein Mann traut sich nicht diese zu verbrennen und so können wir ohne größere Vorkommnisse Frühstücken.

Auf der Terrasse wieder mal vorbeihuschender Besuch.

Das wir heute Morgen erneut die Strecke nach Lake Louise fahren stört mich nicht, ich war Gestern so in englische Konversation verstrickt, dass ich von dem Weg null komma nix mitbekommen habe.
Dabei ist die Landschaft hier so schön. Entlang des Highway 1 fahren wir in Richtung Glacier-Nationalpark.




Tierübergänge ermöglichen Bär und Elch unbemerkt und ungefährdet die Straßenseite zu überqueren. Alle 10-15 Kilometer gibt es solche Brücken oder Tunnel.

Entlang des Bow-River sehen wir ein paar Paddler, sicher Sonntagsausflügler.

Dann überholen wir endlich mal von Nahem einen der interessanten Schleppvarianten. Diesmal hat ein großer Camper seinen Wagen an einer Achse befestigt und schleppt ihn mit, um vor Ort mobil zu sein.

Diesen Zug hätten wir 10 Minuten später gut gebrauchen können, 2 Loks ziehen die kilometerlange Fracht aus Wagons, zu Viele zum zählen. Locker 100 waren das bestimmt.




Da, noch ein bisschen Eis auf dem Tobleronestück.

Wieder eine der schönen Schilder, hier geht's besonders abwärts, wichtig jedoch nur für LKW, denn die transportieren hier bis zu 40 Tonnen und da will ich nicht mit meinem Leihwagen vorhängen, wenn der ins Rutschen kommt oder die Bremsen versagen.

Auch ein nettes Schild, das Problem ist wo soll man hin, wenn der Steinschlag runterkommt, ich denke das stellen sie nur für die Versicherung auf, damit später keiner sagt, wir hätten nichts gewußt.

Und dort sind sie die Spiraltunnel, an der Grenze von Alberta zu British Columbia, am Kicking Horse Pass erwartet uns eine fantastische Aussicht auf ein interessantes Phänomen. Fährt ein Zug in den Berg ein und ist er lang genug, kann man ein und den selben Zug an drei Tunnelöffnungen am Berg sehen.
Vor Hundert Jahren war der Bau dieser Öffnungen eine absolute Meisterleistung. Die Steigung wäre sonst für die Züge nicht zu bewältigen gewesen.




Im Yoho-Nationalpark biegen wir auf eine 15 Kilometer lange Strecke ab, die gerade noch auf der Karte als kleine weiße Linie verzeichnet ist. Am Ende dieser abenteuerlichen Strecke erwarten uns die Takakkaw-Falls.


Es ist ein echtes Abenteuer sich diesen Berg hochzuschrauben, Fahrzeuge ab einer Länge von 7 Metern müssen Teile der Strecke rückwärts bewältigen, da die Kurven sonst zu eng wären. Somit kommt uns dieser Camper nicht entgegen, sondern schraubt sich gerade rückwärts in die Niesche hoch, um dann Vorwärts weiter zu fahren..




Die Takakkaw-Wasserfälle sind richtig hoch und ein echt lohnenswertes Schauspiel. Leider finden das auch alle anderen Touristen, besonders begehrt heute bei Indern und Japanern. Das deutsch Pärchen, dass uns entgegenkommt, hätten wir erst gar nicht erkannt. Die Klamotten passen eher nach Texas, sind jedoch brandneu und gerade angeschafft. Ich traue mich nicht ein Foto zu machen, aber seid versichert, Cowboyhut, kurze Shorts und Cowboystiefel sehen schon ziemlich lustig aus, wenn man dann breites Deutsch palabert.







384 Meter stürzen die Fluten in die Tiefe und machen einen Heidenkrach. Abgesehen von der herrlich erfrischenden Dusche, die man abbekommt, ist es heute sehr heiß und so bleiben wir nicht lange.





Mit Hängen und Würgen biegen wir uns um die Kurven und sind erstaunt, dass uns auf dem Weg nach Unten ein riesiger Reisebus entgegenkommt, na, der macht das sicherlich nicht das erste Mal.


Kurze Zeit später, ganz unspektakulär, aber erwähnenswert vereinen sich der Yoho und der Kicking Horse River.



Schöne Bergwelten tun sich vor uns auf...

... und dort wo kein Platz für eine Straße war, wird mal eben eine Schneise in den Felsen gesprengt. Durch diese hohle Gasse muss er kommen.

Aller Ankündigungen zu Trotz, sehen wir heute keine Steinböcke. Felsen genug ist da, die Kamera aufgetankt, aber irgendwie wollen die Viecher nicht, so wie wir wollen.

Zum Schutz gegen die Felsen, die herabstürzen könnten haben die Kanadier mal schnell eine Mauer hochgezogen.

Oder sie behängen die Felsen einfach mit Netzen aus Metall.



Wir tauchen ein in den Glacier Nationalpark. Und werden, wie immer, herzlich willkommen geheißen.

Hier gibt es über 400 Gletscher.


Wir fahren auf den Rogers-Pass, dort steht ein Denkmal mit dem die Männer geehrt werden, die den Trans-Canada-Highway fertiggestellt haben.



Lustig finde ich auch dieses Schild, Achtung hier kippt gerne mal ein Laster um?
Oder gar, bitte nicht auf 2 Reifen fahren?
Oder entgegenkommende LKW-Fahrer haben einen im Tee?
Sucht euch einfach was aus, wir lassen uns immer etwas zurückfallen, wenn einer dieser Giganten uns überholt.

Oder sie kriechen mit 30 Sachen und Warnblinker vor einem her und es ist ihnen schon viel zu früh die Puste ausgegangen.


Dann sind wir nach einigen Wirrungen an unserem Hotel angekommen, das Navi wollte nicht so, wie ich wollte und lotste uns in einer kleinen Vorstadtwohngegend rum, immer im Kreis. Zum Glück gibt ja noch die Anfahrtsbeschreibung von SK Touristik, die ich wohlweislich mit eingepackt hatte.




Und dann geschieht das Unfassbare, 260 Kilometer durch die unendliche Wildnis, abgelegene Straßen und Wege, überwältigende Natur auf unsrem Weg und die kleine Bärenfamilie sucht sich ausgerechnet die letzte Straße vorm Hotel in einer Wohngegend aus, um die Straße zu überqueren. Mama Bär und zwei Kleine in unserem Rückspiegel, so schnell kann man gar nicht den Rückwärtsgang reinwerfen und Wenden.
Traurig und ganz ohne Beweisfoto sehen wir sie über dem Hügel neben einem Privathaus verschwinden. Man, sind die fix und leider lassen sie mich ohne Beweis zurück.

Revelstoke Mountain Resort. Das Hotel ist absolut empfehlenswert. 
Und dann kommt der Lacher des Tages, der Concierge erläutert uns gerade die neu erbaute Hotelanlage und überreicht uns freudestrahlend vier Tages-Tickets für die Breakfast-Gondola. Ja, versichert er dort auf dem Berg werden wir unser Frühstück einnehmen. Einfach die Seilbahn hinter dem Haus nehmen (ca. 5 Meter Weg) und zwischen 6:30 und 11:00 Uhr in luftiger Höhe frühstücken.
Na, gut dass wir Gestern geübt haben, sonst würden wir die nächsten 2 Tage kein Frühstück bekommen.
Verdutzt sind wir trotzdem und der nette Herr hinter dem Tresen wundert sich sicherlich, warum wir nicht wie alle anderen in totale Begeisterungsstürme ausbrechen.
"Der Hunger treibt's hoch" - das Motto der nächsten 2 Tage.



Hier ist alles Edel, das Begrüßungsschreiben für meinen Gatten ist mit Hand unterschrieben, ob wir Hilfe beim Gepäck benötigen?
Nee, wir sind aus Deutschland, da trägt man sein Gepäck noch selber.





Die Tagestickets für das Sightseeing/Breakfast.


Da gehts Morgen hoch, das ist der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster.

Schön und gepflegt ist alles und nagelneu.




Im Badezimmer kann man tanzen...


... und hier bekommt unsere Schmutzwäsche die erste Station der Säuberung.

Dank der Zeitverschiebung bekommen wir gerade eine Stunde geschenkt, was mein Körper allerdings noch nicht weiß und somit geht es jetzt erst einmal ins Bettchen.

Seid lieb gegrüßt aus dem sonnigen ewig blauhimmligen Kanada,
dem Land unserer Träume und der Bärenfamilien

Edda & Christian


Von Banff nach Revelstoke werden wir heute 280 km unterwegs sein über Lake Louise durch den Yoho Nationalpark bis zum Mount Revelstoke Nationalpark

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