19.08. Victoria - Vancouver

Der große Jackpot
oder "Z" wie Zorro

Na, habt ihr uns schon vermisst?
Wer den gestrigen Tagesbericht verfolgt hat, der hat vielleicht schon geraten, was wir heute mit der "Prince of Wales" machen werden. Den garantierten Blick auf Wale vor Victoria Island.

Wir haben letztes Jahr auch schon Walewatching gemacht und einiges dazugelernt. Z. B. dass wenn beim Verkauf der Karten gesagt wird "ziehen sie sich warm an", dann heißt das nicht nur ein Strickjäckchen überwerfen.

Somit stehen wir mit jede Menge leicht bekleideter Menschen am Pier und besteigen pünktlich um 9 Uhr Ortszeit das Gummiboot. Angeblich haben hier 100 Personen Platz, auf dem Sonnendeck 34. Wir sitzen wie die Heringe und mein Kommentar dazu, mit leichtem Schmunzeln, "lass man gut sein, ich gebe den Asiaten auf dem Sonnendeck 30 Minuten, dann trennt sich hier die Spreu vom Weizen". 


Ich erwähne hier ganz ohne Stolz, dass Heidi heute kein Foto für mich hätte, denn ich trage 6lagigen Zwiebellook und sehe aus wie ein Michelin-Männchen. An Deck inzwischen gefühlte 10 Grad, schneidiger Fahrtwind und Feuchtigkeit rauben einem den Atem. Vom Wackeln mal ganz zu Schweigen, Stehen an Bord geht nicht, ansonsten gilt eine Hand für das Schiff, eine für den Mann, habe ich mal auf 'nem Segeltörn gelernt.

Nach nur 8 Minuten verlieren wir den Mann rechts neben uns, komisch, auf den hätte ich nicht getippt, die Mutter mit Kleinkind 10 Minuten später und die leicht bekleideten Asiatinnen mit Flipflops und Sonnenhütchen ganze 4 Minuten später, schon habe ich Luft für meine Walfotos, jetzt nur noch ein glückliches Händchen für den Kapitän, der ja Heutzutage bestens mit Echolot und Tiefensonar ausgestattet ist.

Gefühlte 20 Minuten später sehen wir sie. Vor einer kleinen Insel pusten Fontänen aus dem Wasser, quietsch, brems, gewendet und volle Kraft zurück, Boot längsseits und da sind sie in voller Pracht.
Was jetzt folgt ist eine Sammlung von den Besten, haltet euch fest 1300 Walfotos, haha, meine Kamera ist im Sportmodus besonders schnell und schießt in Serie reihenweise Fotos, die ich gar nicht gleich begutachte, da ich Energiesparend mein Display ausgeschaltet habe.
Kann ja keiner wissen, dass wir diese Wale noch geschlagene 55 Minuten beobachten werden. Immer wieder gehen wir längsseits, halten, stellen den Motor ab, um die Tiere nicht all zu sehr zu stören. Hier darf ein Schiff mit Motor nicht näher als 100 Meter an gesichtete Wale heran und das ist auch gut so. Wir stören sie eh schon genug, (schlechtes Gewissen).


Na, dann lasst euch mal begeistern, das sind Orcawale und von denen sieht mal leider nur das obere Viertel, der Rest bleibt immer unter Wasser. 


Wenn die Tiere wie hier nahe an einem Frachter vorbeiziehen, wird einem klar, wie bedroht sie sind. Aber die Tierchen sind ja nicht ganz doof.
Da solch eine Sichtung von Walen schwierig ist so früh am Morgen, halten alle Boote Funkkontakt, um sich gegenseitig Bescheid zu sagen, wo Wale gesichtet wurden. 
Im Hintergrund ein schnelles Zodiac des gleichen Veranstalters, die dürfen ein wenig näher ran, haben aber den Nachteil, dass sie am Ende der Fahrt trotz Spezialanzügen patschenass und erfroren sind. Seetauglich muss man ebenfalls sein, da die Dinger mit 'nem Karacho fahren, dass einem schlecht wird.




Diese Tiere sind schwierig zu fotografieren, anders als die großen Buckelwale, die sich durch eine kleine Puste-Fontäne vor dem Auftauchen ankündigen.
Dieser Schlingel taucht einfach auf, macht 9-10 Hüpfer mit Rückenflosse und taucht dann wieder für 6-7 Minuten unter. An welcher Stelle er wieder hoch kommt und wann kann man nur raten.
Bei dieser Gruppe von Walen war es etwas einfacher, da ja einer immer irgendwie oben war und sie Jungtiere bei sich hatten. Die brauchten öfter mal einen Schnapper Luft.








Das war doch mal was, oder? Denn das was wir heute hier gesehen haben, bestätigt uns die nette junge Dame an Bord, ist der absolute JACKPOT. Dieses sei der größte Walverband, bei uns heißt das Schule, von Alt- und Jungtieren, die seit langem gesichtet wurden. Ganze 25 Tiere sind hier zusammen geschwommen. Das ist super selten, normalerweise sieht man Orcas nur alleine. Vor der japanischen Küste seien einmal 44 Tiere gemeinsam gesichtet worden, das ist aber schon Jahre her.

Uops, na geht doch! Begeisterung macht sich breit. Die Tiere wurde übrigens unter Wasser auf dem Sonar gezählt und wir sind alle ganz stolz dabei gewesen zu sein.

20 Minuten später wieder eine Kehrtwendung, gesichtet wird ein Mink-Wal. Diese Walart zu fotografieren ist fast unmöglich, sie tauchen meistens nur einmal auf, um Luft zu holen und sind dann wieder in den unendlichen Tiefen verschwunden.
Gerne würde ich etwas Anderes sagen, aber Edda hat heute leider kein Foto für euch.

Statt dessen habe ich noch ein paar Fotos vom Ufer und unserem Haus auf den Klippen.
Plötzlich wie aus den Nichts zieht Nebel auf, der in dunklen Fladen über der Küste hängt.
Hatte zwar versprochen die Taschentuchstöpsel wegzuretuschieren, aber ich will natürlich zeigen, wie treusorgend ich meinen Mann vor einer fetten Erkältung schütze.
Im Hintergrund die gruselig tiefer sinkende Nebelwand, die uns nun vollständig die Sicht raubt.
Im Hafen angekommen plötzlich wieder alles klar. Und da sind wieder meine kleinen Hausboote, diesmal von der Seeseite.
Und Kabelfernsehen haben sie hier auch im Meer, damit den Fischen nicht langweilig wird.
Oder die Meerjungfrauen Germany's next Topmodel gucken können.
Deshalb hier besser nicht segeln.

Ein bisserl verwuschelt kehren wir nach 3 Stunden Abenteuer Hochsee in den Hafen von Victoria zurück. Ja die Ausbeute hat's gebracht, die Kosten haben wir wieder drin. Kurz die Kosten 2 Adults 105,- Dollar p. P. für 3 Stunden Wale inkl. Garantie, falls es nicht klappt an einem Tag unserer Wahl noch einmal, auch in Vancouver möglich, das nenne ich fair.


Jetzt noch schnell mit dem Hopper einen Rundflug, haha, ist ein "geflügelter Scherz" zwischen meinem Mann und mir. Jetzt wo wir 2 Seilbahnen "bezwungen" haben, kann uns nichts mehr schrecken und wir fühlen uns furchtlos. (Dank unserer panische Flugangst steigen wir da nicht ein, denn in Kanada sind wir ja schon, warum sich das freiwillig noch einmal antun).

Ha, fast wie Agatha Christies Tod auf dem Nil mit Sir Peter Ustinov, oder?

Also mit Blumen haben sie es hier in Kanada, "Welcome to Victotia" mit Tausenden von Blümchen, schau Schatzi Blüm...... ups, das böse B-Wort.
Hier liebe Bianca, kommt dein spezielles "Foto des Tages", ein Weiteres folgt in dem  Tagesbericht von Morgen und das Beste Motiv ist schon ausgespäht und muss noch gemacht werden. Liebe Grüße auch an Chris und Lena.

Kurz noch einmal an der save on foods-Eventhalle gehalten. Hier fand heute ein Auswahltraining der Victoria Royals statt. Das ist die zweite Profi-Liga in Nordamerika.
Leider haben wir dieses verpasst und dafür 1300 Walfotos, Schatz, das hat doch auch was, oder?


Beweisfotos gibts trotzdem.


In Front der Halle ein typischer Yummytruck. Das ist ein klassischer Futterversorger für Menschenansammlungen.

Auf dem Rückweg erspähe ich mein Auto, denn es hat meine Initialen und mein Geburtsjahr, noch 2 Jahre und alles hätte gestimmt. Nur ey, wer ist der Typ da drin?
Das Beste kommt aber noch, nur wenige Meter später ertönt ein lautes Zischen, was nun? Maschine Kaputt? Nix da, der Kerl pumpt sein Auto auf und fängt an damit zu hüpfen mit dem Ding, voll cool. Selbst nach 3 Minuten Videoaufnahme hat er das jedoch leider nicht wiederholt, schade.

An einem Viewpoint blicken wir über die Nordspitze von Victoria.

Und noch ein paar typische Garagen für alles, was der Kanadiern so unterstellen muss.

Rooooaaaaaahhhhh, hört ihr sie?

Schon sind wir gepackt, ausgecheckt und an der Fähre in Nanaimo angekommen. Von hier aus geht es nach Vancouver rüber.
Der Starbucks verspricht einen guten Kaffee und so überbrücken wir die 2 Stunden Wartezeit mit surfen im Internet und Leute angucken.

Natürlich gab es auch Stände für den aktiven Aufbau von Hüftgold. Ich muss auf meine Figur achten und darf hier leider nicht kaufen, Scherz beiseite, das war zu teuer.


Aber ich fand einige Sachen sehr kreativ, stellt euch eure Geschmacksnerven vor, wenn ihr da reinbeißt. Ziehen sich zusammen, oder?




Schwupps geht es dann endlich auf die Fähre. Ein Sensor im Boden zählt mit, wir sind die 77.

Oh, wie ist mein Mann entspannt! Er muss wohl Urlaub haben.

Ein so genannter Wolken-Kamm.

Und dieser kleine Schlepper hat sich ganz schön abgemüht, um seine schwere Last vorwärts zu bekommen, er tut mir ein bisschen Leid, immer auf die Kleinen.

Ein Blick aus dem Fährfenster und Zorro war da, er hat uns ein Zeichen hinterlassen, ganz bestimmt. Da werden Kinderträume wahr. Also jedenfalls, wenn ihr Kinder meiner Generation seid, die Generation der Schallplatten, Raider, Bananensattelfahrräder und Fuchsschwänze an Selbigem. 



Ebenso dickes Fährschiff kreuzt unseren Weg, damit möchte ich auch nicht untergehen, guckt euch an wie viel Metall und wie wenig Rettungsboote.

Auf dem Weg nach Vancouver kommen wir an die "Lions Gate" Brücke vor der man sich brav von 5 Spuren auf eine verengt, das geht hier in Kanada ohne Probleme, netter Reißverschluss und schwupps.

Über der Brücke noch ein paar Wildgänse, huch, wo ist denn meine Liste?

Wie 150 Meter Sicherheitsabstand, ist doch wohl ein Scherz?

Da sagt man doch die kleinen Kirchen werden verdrängt, hier darf das mal wörtlich genommen werden.


Ja, Schatz, ich hab sie drauf die Eishockey-Halle.

Interessante Gegend in die das Navi uns leitet.


Äh, hier ein Appartment, Mami, ich will nach Hause. Linden, Süd!

Dann erreichen wir in einer sehr ruhigen sicher aussehenden Seitenstraße unser Ziel und unsere Wohnung, die wir ebenfalls selber angemietet haben, mal sehen was uns erwartet.
Der Schlüssel wird schon mal interessant übergeben: einfach am Kästchen die Nummer eingeben, wie an einem Fahrradschloss, dann Simsalabim öffnet sich das Kästchen, in dem sich der Haustürschlüssel befindet.


Airbnb.de hat nicht zu viel versprochen, das ist wie auf den Fotos im Internet, gemütlich und genau wie wir es brauchen.
Ein Wohnzimmer...

... Küche...

... mit leckerem Kuchen im Kühlschrank, danke Sunyata...

... lila Flanellläppchen im Bad...

... süße Träume...

... in 2 Schlafzimmern...

Apropos Schlafzimmer, wir schlagen jetzt schnell die Bettdecken zurück und machen Heia.
Schön, dass ihr dabei wart.
Sehen wir uns Morgen wieder?

Bis dahin
Edda und Christian
Die bald auf Englisch Träumenden




Heute sind wir nicht wie angekündigt mit der Fähre von Swartz Bay nach Tsawwassen übergesetzt, sondern von Nanaimo nach Horshoe Bay, um die letzten 5 Tage in Vancouver zu verbringen.

2 Kommentare:

  1. Tolle Fotos!!!!! Schönen Urlaub noch!!!! Liebe Grüße Ulrike

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  2. Lieber Christian! Für mich kann Edda täglich ein paar Pflänzchen erwähnen...

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