16. - 18.08. Victoria

Für ältere Tagesberichte bitte runterscollen

18. August 2014
Von Blümchen und Bienchen
oder The one man show

Am heutigen Tag werdet ihr überflutet von Blumenfotos. Keine actiongeladenen, dramatischen Wildtier-Fotos, keine wild herabstürzenden Fluten, steigenden Anhöhen, steinernden Gebilde, aber halt mal, das war doch heute auch alles dabei, oder?

Wer gut raten kann, weiß wohin unsere heutige Reise geht. In den Butchart Garden nördlich von Victoria. 

Damit ihr besser vorbereitet seid als wir, hier schon einmal die Eintrittspreise der Saison 2014:



Diese Blumenfotos sind im Besonderen für meine weltbeste Freundin Sabine, die Künstlerin, sei berauscht und inspiriert, so wie ich und schöpfe Ideen für deine nächsten Aquarelle.

Ihr Lieben, ich muss zum Anfang dazu sagen, ich habe Null Ahnung von Pflanzen und von Blumen erst mal gar nicht. Meine Bewunderung gilt denen, die wie meine liebe Mama durch den Garten gehen und ganz nebenbei bemerken dies dort ist eine "Lukumea Pflanzimilla" (oder so), ach seufz, das nenne ich Talent. Ich bin was das angeht talentbefreit. Ich erkenne Girsch nicht mal, wenn ein Schild daneben steht. Ich weiß nur meine Mutter war wenig amüsiert, als der mitten auf dem Rasen wuchs, als sie aus dem Urlaub wiederkamen und ich dachte: mal besser nicht wegmachen, sonst schimpft sie.

Also frisch ans Werk mit meinen Fotos und solltet ihr Unkraut entdecken, das ich versehentlich fotografiert habe, sagt euch einfach, ach sie wusste nicht was sie tat.
 
Dort unten Rechts ist übrigens das angekündigte Wildtier.



Und ich hatte immer gelernt Rot und Pink passt nicht zusammen...




In diesen wunderschönen Teich werfen die Touristen Geldstücke und wenn es ein Seerosenblatt trifft, bringt das angeblich Glück.

Und sieht das nicht aus, wie kleine tanzende Püppchen, die sich an den Händen halten? Mein Mann sagt jetzt sicher gleich "was du da immer siehst".


Altrosa Mini-Propeller. Als wenn ein ganzer Haufen Schmetterlinge auf einem Lolli sitzt.
 



Ist Gott nicht einfach riesig und großartig in seiner Vielfalt, Farbenpracht, Symmetrie, ich kann darüber nur immer wieder staunen.
 
Die kleinen Dinger unten sehen aus wie die Puschelpompons der Cheerleaderinnen, oder was meint ihr? Könnten aber auch die Unterröcke einer Flamencotänzerin sein.

Und irgendwie hatte ich hier das Gefühl, die starren mich an.
 

Die standen bei meiner Oma immer auf dem Balkon. Die sind hier in Meterlangen Straßen gepflanzt. Sehr beeindruckend.


Miniatur-Spiegeleier am Stil.

Bitte den Rasen nicht betreten, schon klar, die Fußabdrücke hätte man auch gesehen, so british war der Rasen.

Süß, Seeanemonen am Stil.



Mein Mann hat ihn entdeckt, ich hätte ihn übersehen, den Kleinen. Zück' die Wildtierliste, Häkchen.


Flammen und noch mal Flammen, flammend rot.


Perfektion an Symmetrie, mehr kann man dazu nicht sagen, ich muss dabei automatisch an meinen Mathelehrer denken, aber lassen wir das.

Ha, ich habs für den Partykeller kann man doch so Papierdinger kaufen mit 2 Stilen, die man dann zu einer Faltrosette aufklappen kann.


Schau, Käferbadewannen.

Hallo Christine, hier ein Frosch, extra für dich.

"I'll never promise you a Rosegarden", musste ich dauernd summen, als ich hier durchging.


Hello Canada!

Ach ja, hier die reißenden Strudel (War nur 30 cm tief, sieht man aber ja nicht).


Dagegen war dieses Blatt ca. 80 cm breit.


Hört ihr auch das Summen der Bienen?

Ob ich von den gelben Bällen welche abrupfen darf, sind so Viele da, das fällt sicher gar nicht auf.

Und da ist er dann doch der reißende, stürzende Strom, ok er ist elektrisch, aber hübsch.


Ist das da vorne nicht Rhabarber? Hat doch auch so große Stengel.


Ha, ein weiteres Wildtierchen. Fühlerchen länger als der Rest. Name Flip.



Und dort haben wir die steinernden Gebilde. Der chinesische Garten war leider voller japanische Touristen. Kein Witz, überhaupt war der ganze Garten voller Japaner, die sich immer nur selber fotografieren. Geht man hinter ihnen, dauert es Stunden bis sie soweit in Szene gestellt sind, dass alle auf dem Foto sind. Dann wird ohne Rücksicht auf Verluste abgebremst, um einem selber ins Blumenfoto zu grinsen, es wird geschubst, gedrängelt und Rechts gehen kennt hier auch keiner. Möchtet ihr Fotos vom gesamten Garten ohne Touris, bitte einfach googeln ;)




Dann endlich musste ich meinen Mann erlösen, er hatte schon gefühlte 15 Stunden den ausgeliehenen Rollstuhl durch den Garten geschoben, war Japanern ausgewichen, meine eigenen Stopps mit Seelenruhe ertragen und das Ganze bei 26 Grad im Schatten.
Ich glaube, wenn ich heute noch mal: "schau eine Blume" sage, dreht er mir den Hals um. 

Back in town haben wir noch kurz am Hafen gehalten, ja, das Wasser war noch da!


Auf der Flaniermeile ist Einiges los, jedoch haben wir Montag und es sind Ferien.

Da sagt mein Mann, den kenne ich vom letzten Jahr. Aha, alles klar.
 

Und das hat er im Gepäck.


Aber noch ist sein Stammplatz vorne rechts besetzt von einem Kollegen.


Unsere Parkuhr läuft eh gleich ab, wir kommen heute Abend wieder, zum Sonnenuntergang. Hmm, wie romantisch.
Dies ist wohl eines der meistfotografierten Motive am Pier.

Und gleich um die Ecke der Käfer- und Krabbelzoo.



Auf dem Nachhauseweg noch ein Schmankerl für die Eishockey-Fans. Hier trainieren die Royals.

Schnell noch das Lebensnotwendigste eingekauft und dabei ins Land meiner Träume abgedriftet.

Das sind Jelly Belly's in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.


Auch diese Nüsse füllt man sich selber ab. Tonnenweise Studentenfutter sozusagen. 

Ich war verhalten, kaufen können hätte ich mehr, kaufen dürfen weniger!


Der parkt in unserer Nachbarschaft.

Da es Morgen ein wundervoller Tag werden soll, brennt mal eben der Himmel verheißungsvoll, als wir wieder zu Hafen gehen.

Und da war er dann, der Show-Akt des heutigen Abends, wir haben uns gemütlich auf die Stufen vor ihm gesetzt und nach Zahlung des üblichen Eintritts in seinen Gitarrenkasten lauschten wir der ganz besonderen Show. Teilweise hat er 3 Instrumente gleichzeitig gespielt und das war der Hammer.


Zum Abschluss gibt es noch einen kurzen Foto-Ausblick auf den morgigen Tagestripp, ihr dürft ja schon mal raten, was man mit dem Prinzen von Wales so anstellen kann.


Bis dahin alle Gute von den nun doch allzu müden Konzertgängern
Die Liebenden des Ahornblattes
Edda & Christian 

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  17. August 2014
"Taxi bitte"
oder Holy is the Lord

Genau wie mein Mann hatte ich auch einen Traum hier in Kanada. Nur geht es bei mir nicht um das kühle Eis, ich wollte ein mal einen Gottesdienst besuchen, so einen Richtigen, mit allem Drum und Dran.
Schon in Deutschland hatte ich nach Kirchen gegoogelt, nur wie sollte ich die Richtige finden, nach welchen Auswahlkriterien sollte ich gehen. Entfernung, Glaubensrichtung, Größe, Internetauftritt. Meine Wahl fiel gestern Nacht beim Blick in Google Earth, gleich die Straße runter, keine 400 Meter weiter, wenn das mal kein Zufall ist, alle Kriterien erfüllend steuere ich pünktlich um 10:25 Uhr meinem Ziel, der Trinity Church of Victoria, entgegen.
Herzlich werde ich empfangen und an einen Platz geführt, lustig wie im Restaurant, kaum sitze ich werde ich von meinen Nachbarn im Rücken angesprochen. Ich solle nicht verwundet sein, das sei keine normale Kirche, aha, ich schmunzele in mich hinein, deshalb habe ich sie ja ausgesucht.
Ich beruhige die nette Dame in dem ich versichere ich wisse, was "Worship-Time" ist (Worship=Anbetung), sie will ja nur verhindern, dass ich fluchtartig die Halle verlasse und bekomme Sekunden später ein Willkommen-Paket mit Kärtchen, Süßem und Kuli in die Hand gedrückt. Ich bedanke mich artig. Mein Nachbar zur Rechten begrüßt mich und stellt mir seine Frau vor, diese sei auch schon einmal zu Besuch in Deutschland gewesen, ach. Ob ich einen Dolmetscher benötige, dann würde er einen suchen, wow, ich sage ihm Gott, Jesus und Amen verstehe ich auf Englisch, das würde reichen und er lacht.
Gestartet wird mit einer echt beachtlichen Band mit Schlagzeug, E-Gitarre, E-Bass, Klavier, Gitarre, 3 Backgroundsängerinnen und einer Worship-Leiterin, die es voll drauf hat.
Alle Anwesenden sind von den Stühlen hochgerissen, kaum ist der erste Ton erklungen.
Das ist ein Gottesdienst nach meinem Geschmack, es wird für das gelobte Land gebetet, Israel, die Predigt hält ein junger Mann (das heißt jetzt mal jünger als ich, älter als mein Sohn), feurig spricht er das reinste Englisch, das ich jetzt vertragen kann, sonst hätte ich auch nicht viel verstanden.
Das ich ebenfalls stehe und die Hände erhebe, auf Englisch mitbete, die Texte der Songs  mitsinge scheint alle um mich herum zu entspannen und so verbringen wir zusammen gute 90 Minuten im Gottesdienst.
Das war nicht viel anders als ich es in Deutschland kenne, eine lebendige Gemeinschaft, coole Musik und meinen Gott, der auch hier bei mir ist. Darauf ein Amen.


Mein Mann erwartet mich schon auf dem Parkplatz heute geht es zum Hafen runter, mal sehen, ob das Wasser da ist.
Es ist da und nicht nur Wasser, tausende von Menschen begutachten etwas auf dem Wasser, das wir erst auf den zweiten Blick erkennen können.



Juchhu, Drachenbootrennen, wow, was für ein Glück. Jetzt müssen wir nur noch einen Parkplatz finden. Seid ihr schon mal mit einer Christin auf Parkplatzsuche gewesen?
Das geht ganz einfach, nicht suchen, beten und schwupps parken wir fast im Schatten auf einem zentralen Platz direkt am Hafen. Als wir aus dem Auto steigen setzt ER noch einen drauf, die Nachbarin kommt zu ihrem Auto steigt ein, steigt wieder aus, reicht uns einen Zettel, ein Parkticket mit 1,5 Stunden Restparkzeit, ach und dann kommt dieses geflügelte Wort das wir hier immer wieder hören: "you're wellcome"! Na, geht doch!
Das ist das, was ich in dieser ganzen Zeit und auch schon letztes Jahr gefühlt habe, wir sind willkommen und zwar aufs Herzlichste. Alle nehmen Rücksicht, wenn unser Englisch nicht perfekt ist, alle sind höflich und freundlich, alle lächeln (auch an Regentagen).  

Von Weitem sehen wir dem munteren Treiben zu, denn ich will mich da nicht reinquetschen.

Erwähnte ich, dass Victoria very british ist? Man sieht es nicht nur an den Hop-on Hop-off Bussen.

Das Wetter ist wie aus dem Bilderbuch und die Fotos am Hafen werden sicherlich lecker, deshalb habe ich gleich mal ein paar mehr gemacht.



Ein bunter Haufen Hausboote bildet eine Traube an Belustigung für uns Touristen.





Die sind doch einfach zu schön, oder?

So malerisch ist es jedoch nicht, denn hier trampeln den ganzen Tag Hunderte von Menschen auf dem Anleger rum und machen von den Häusern Fotos (ouuups ich ja gerade auch), ob ich das so toll finden würde, na, sucht sich ja jeder selber aus.


Und da sind sie, meine kleinen Lieblinge, die gelben Wassertaxis, ein Hundeblick zu meinem Mann und ich brauche ihn fast gar nicht zu überreden eine Rundfahrt zu unternehmen. Adults 24 Dollars p.P. für die 45 Minutenstrecke.


Passende Beklebungen der hässlichen Kästen auch hier.


Ach, ich kann mich einfach nicht sattknipsen! Die schaukeln so schön und die Farbe und, und, und...


Kurzer Themenwechsel, bevor wir in das kleine Gelbe steigen: Das ist die weltbeste Fischbude am Steg, rappelvoll und hier hat alter Fisch keine Chance. Der Durchsatz ist zu hoch, die Schlange stand den ganzen Steg runter.


Walewatching gibts hier natürlich auch, wer das Abenteuer mag, kann sich für 3 Stunden und 120-140 Dollar in ein orangenes Gummiboot begeben und jede Menge Spaß haben.

Auch die Paddler in den Drachenbooten haben ihren Spaß, fast so ereignisreich, wie das große Drachenbootrennen am Springhorstsee, aber eben nur fast. Liebe Grüße an Torsten und Petra!


Und dann geht es los, erst mit einem gelben Taxi nach Chinatown, Bill von unserem H2O-Taxi hat das für uns organisiert, da wir irgendwie am falschen Anleger standen.
Dort stand schon ein weiteres blaues Taxi und wartete auf uns, was ein Luxus.

Wer die nötige Kohle hat, hat hier sein Wasserflugzeug liegen.

Oder was einen immer von A nach B bringt.

Nicht überall in der fordersten Front ist alles restauriert, wird aber sicherlich bald erneuert, denn die Plätze in forderster Reihe sind fast unbezahlbar und somit einiges wert.




Eine kleine Meerjungfrau haben wir leider nicht gesehen...

...dafür mal wieder schöne Wandmalereien.


Die nächsten Fotos sind für Juliane und Matti, liebe Grüße, wir haben euch hier mehrfach starten und landen sehen.




Die Flaniermeile am Hafen ist gut besucht.

Direkt dahinter das Parlamentsgebäude, das Regierungsgebäude von BC.

Und auch das Empresshotel ist sehr beeindruckend, alles "very british" mit ner Masse Efeu und so.

Auf dem Taxi noch ein nettes Schild.
Der passende Prospekt verrät uns, die Kapitäne dieser kleinen Schiffe sind die freundlichsten Menschen, denen wir jemals begegnen werden. Und richtig Bill ist der Hammer an Freundlichkeit und wird nur noch von seinem Kollegen getoppt, der uns mit einer Vielzahl von Ratespielen bei Laune hält, Hauptgewinn, das Kaugummi in seiner Tasche, allerding drei Wochen alt.


Der private Jet der Royals Victoria (Eishockey). Mein Mann sagt, das muss sein.

Mitten in unserem Fahrwasser starten und landen die Wasserflugzeuge zum Rundflug über Victoria zum Schnäppchenpreis von 109,- Dollar für 35 Minuten.

Das habe ich mir ausgesucht, Unten wohnen, Mitte schlafen und Atelier mit viel Licht zum Malen, Oben Sonnenuntergänge fotografieren und auftanken, was haltet ihr davon?

Außerdem kann man schnell mit der Yacht zum Einkaufen fahren, wenn mal die Butter ausgegangen ist.


Im nächsten Yachthafen sehen wir auf einer Landzunge (sorry das Foto ging nur durch die Plexischeibe) mehrere von diesen riesigen Campern mit mehrfach ausziehbarer Veranda.

Und wenn mein Mann abends erschöpft von der Arbeit heimkommt, holt er noch schnell die Post aus dem Yacht-Briefkasten am Anleger (habe erst gedacht das wären Brutkästen für Vögel, ging aber nicht mit dem Stacheldraht konform, damit keine Möwen landen).


Wieder an Land kam, was kommen musste, nicht etwa beim Mexikaner wollte ich meinen Hunger stillen, sondern...

Bei Barb's Fish and Chips. (Chips=Pommes, aber Frische aus echten Kartoffeln, Fish=Backfisch im frittierten Mäntelchen).

Lecker und frisch und ja, ich weiß, echt voll fettig! Ich brauchte 3 Servietten um den Fisch anzufassen, aber Fett soll ja angeblich ein Geschmacksträger sein. Und Kalorien sind die Kerlchen, die nachts die Klamotten enger nähen.


Äh, Wildtier? Weil's doch so wild gekreischt hat in der riesigen Stadt.

Frisch vom Kutter wird Lobster verkauft, die leben noch, Scheren schön abgeklebt, damit sie nicht kneifen.




Damit verabschieden wir uns von der schönen Fisherman's Wharf und fahren mit dem Auto nord-östlich weiter, um die Küste nach schönen Motiven abzuklappern.

Das was wir auf Anhieb sehen, hier sitzt das Geld, wer hier in erster Reihe eine Hütte sein Eigen nennen darf hat's geschafft. Hier sieht kein Haus aus wie das andere, die Gärten gepflegt, gewässert, geschnitten, gehegt. Sportwagen in der Garage, großer Wagen davor.

Am Viewpoint wachsen wilde Brombeeren, sauer macht lustig, huh, die waren noch nicht soweit.




So langsam sehen wir auch ganz entspannt aus, so als ob wir Urlaub hätten.

Und wenn der Meerblick stimmt, sind die Hütten auch nicht mehr aus Holz.






Dann folgen Straßenzüge in denen wir gar kein Haus mehr sehen, aha, es geht also noch weiter rauf.

Diese Häuser oder besser Residenzen liegen in einer parkähnlichen Anlage, durch die man aber ganz normal mit dem Auto fahren kann. Ich habe jeden Moment erwartet, dass uns jemand anhält und nach dem Besucherticket fragt.

Am Ende schrauben wir und noch auf den Mount Douglas, auf dem man eine ganz passable Aussicht auf ganz Victoria hat.

Die kleinen Spechte hat die lärmende Kanadier-Truppe verscheucht, die den Hang hochkam. Man könne die Krach machen.



Allein die Architektur begeistert mich so an Victoria.



Wer etwas mehr Zeit hat mietet sich ein Pferdegespann.



Noch zwei fröhliche Schaltkästen, dann war's das erst einmal für heute.


Wieder in unserem Haus angekommen klingelt es an der Tür, der Vermieter erkundigt sich, ob alles in Ordnung sei.
Alles wunderbar, mein Englisch läuft langsam zu Höchsttouren auf, wer hätte das gedacht, ich hatte immer Vieren und Fünfen in der Schule und die ist immerhin auch schon Lichtjahre her. Man mogelt sich so durch und der nette Cary Chiu gibt sich die größte Mühe mir zu versichern, es sei perfect, haha!

Nun ist es bei uns 22:13 Uhr und die Betten rufen nach uns

Wir sehen uns hoffentlich morgen wieder
auf ein Neues Edda & Christian


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16. August 2014
"Nebel des Grauens"
oder ich möchte nur ein mal die Erste sein

Und da ist es wieder, mein wunderschönes Victoria. Ich habe mich schon letztes Jahr in diese Stadt verliebt, mein Mann bevorzugt ja Vancouver.


Schon allein, wie die Kanadier ihre einst so hässlichen Trafokästen verschönern, wahre Kunstwerke.


Heute sehen wir nur wenig von der Stadt, denn wir beschließen unseren Weg zuerst der nord-westlichen Küste zuzuwenden und so besuchen wir heute auf der 14 die kleinen Ortschaften Sooke und Port Renfrew.


Vorbei an den typischen Straßenzügen mit den Yellowcab's.


Hier wird es dann schnell ruhiger und beschaulicher. Mehr Vorort, weniger Krach.


In dieser Bingo-Halle können mein Mann und ich, wenn wir grau und tatterig sind, ne Runde Bingo spielen.




Hier sitzt eindeutig ein wenig mehr Geld, die Vorgärten werden gepflegt und Blumen gewässert, die Wagen sind größer.


Mein Mann und ich sagen abwechselnd: "och ja, warum nicht".
Ehrlich Leute, wie wäre die Straße ohne diese wunderschönen Laternen und Plakate.


Im Schockzustand starren wir an einer Kreuzung über die Straße, ja auch da gibt es hier, junge "Hüpfer" die sich mit Plakaten bewaffnet an Straßenkreuzungen das Gehalt auffrischen.


Hierbei geht es wohl um eine Werbeaktion einer Waschanlage und wie rechter Hand verkündet, sollen all die hupen, die schmutzig sind. Falsch ist der, der Falsches denkt, gehupt haben viele.
Bloß raus aus der Stadt, ich will die Einsamkeit wieder haben. Nein, war nur ein Scherz ich weiß Beides zu schätzen.






Wild, steinig und zerklüftet, jedoch mit einer gehörigen Meeresbrise erwartet uns die Küste an der wir jetzt entlang fahren werden.










Am French Beach Provincial Park machen wir Halt, das ist der Tipp des Tages. Macht hier Pause, holt den Campingkocher raus. Setzt euch an den Steinstrand.


Am liebsten hätte ich Tonnen gesammelt und mitgenommen. Mein Mann erinnert mich freundlicherweise an unsere 2 x 23 Kilo Koffergepäck, och Menno!













Ach, unsere Villa ist auch schon fertig, war die nicht Gestern noch ne halbe Baustelle, das ging ja schnell.


Baum-Giganten beschatten den Rastplatz. Hier lässt es sich aushalten.



Der Aufstieg zum Parkplatz ist etwas beschwerlich, ich bin aber schneller, wollte ja noch ein Foto machen.






Das nächste Plätzchen ist auch nicht zu verachten, ich glaube es wird immer schöner auf unserer Strecke.


Wir fahren streckenweise über den Wolken, gegenüber kann man schon die USA sehen, sagt mein Mann.


Der Weg zum ausgewiesenen Aussichtspunkt ist abenteuerlich, wir dachten die Welt ist hier zu ende, leider hat sich die Fahrt nach oben, wenige Meter, nicht gelohnt, die Wolkendecke war zu dicht und zu tief.



Wir fahren kilometerlange Schlangenlinien durch den Wald, die Strecke ist insgesamt 111 Kilometer lang, gefühlt sind wir davon 95% Kurven gefahren.
Als wir den Ort Port Renfrew erreichen, sind wir begeistert. Die Strecke hatte sich schon an dem ersten Rastplatz gelohnt, jetzt sind wir hin und weg. Der kleine Hafen ist echt süß und wie schön, dass das Wetter uns hold ist und gerade Fischerboote anlegen.


Frischer geht Fisch nicht, die Fische werden gleich geköpft und die Innereien den Möwen zum Fraß vorgeworfen.


Weitere Boote mit Hobbyanglern treffen ein, sie schleppen gleich ihre vollen Gefrierboxen von Bord, stolz wie Bolle.


Und dann war er da: "The Fog - der Nebel des Grauens". Es gab da in meiner Kindheit mal einen Gruselfilm, hab ihn nie gesehen, immer nur davon gehört. Der hatte aber sicherlich nicht so schönes Wetter und so tollen blauen Himmel.




Liebe Grüße an den Reiseveranstalter SK Touristik, euer Rucksack leistet uns gute Dienste!







Am "Schneidetisch" geht voll zur Sache. Der gute Mann hatte einiges zu tun.


Wie gut, dass wir nun Bescheid wissen, Leute, wenns uns trifft, wir wissen wo es lang geht!


Leider sieht man das ganz oft, Raubbau an der Natur, mal eben riesige Landstücke abgeholzt, aber schließlich wollen Millionen Kanadier Häuser bauen, heizen, Möbel kaufen.


Haltet euch fest und zieht euch warm an, ich wurde ja auch schon etwas nörgelig, immer nur welche sehen (natürlich mein Mann) und nie einen fotografieren. Und dann noch der elende Druck mal der Erste in der Reihe zu sein. Der Erste, der ihn entdeckt, der Erste der zum "Schuß" kommt.

Täterätä, da isser! Auf grüner Wiese, nicht etwa flüchtend auf der Straße vorbeigehuscht.
Nicht etwa an 30ter Position hinter ner Schar Japanern gehalten. Und wer hat ihn gesehen, na, hä?








Ich gebe zu, bei der Entfernung und ohne meine Spiegelreflex (die liegt natürlich daheim in Victoria) sind die Fotos nicht für nen Kalender, aber man kann erkennen, was es ist, oder?
Der Gute hat dann auch geschlagene 15 Minuten auf der Wiese Beeren genascht, jedoch immer wieder skeptisch zu uns rübergeäugt, danke dafür, bevor er sich in das anliegende Wäldchen getrollt hat und sich meinen Blicken entzog.

Wir waren in solch extremer Einsamkeit, dass nur ein weiteres Fahrzeug weit vor uns gehalten hat, mit nicht halb so guter Sicht auf das Objekt der Begierde und ein weiteres Auto an uns vorbei gefahren ist, dabei war der Warnblinker nicht zu übersehen. War garantiert ein Kanadier, die haben das ja schließlich täglich im eigenen Garten.


Dagegen war dieses putzige Kerlchen recht ereignislos, bleibt nur zur erwähnen, er frisst kein Brötchen.


Da wir den selber weg zurück gefahren sind, haben wir uns zum Pause machen die gleiche Stelle ein zweites Mal gegönnt.








Nur die Möweninsel hatten wir auf dem Hinweg nicht gesehen.


Die sehen auch schon richtig müde aus, genau wie ich nach zwei Tagesberichten und 500 gesichteten Fotos. Mein bester Ehegatte schläft schon und ich wollte eigentlich Morgen früh zur Kirche gehen, besser gesagt nachher. Schauen wir mal...

Wir sehen uns hoffentlich bei meinen nächsten Tagesbericht wieder.
Wir wollen noch Segway fahren und in den fantastischen Garten und Schmetterlinge beobachten.

Machts gut, bis zum nächsten Mal
Edda & Christian
Die Möchtegern-Kanadier


In Victoria werden wir drei Tage in einer privat gebuchten Unterkunft bleiben um von hier aus viele Touren auf Vancouver Island zu machen

1 Kommentar:

  1. WOW,,,amazing travel documentation, Fabulous photos, happy and lucky travelers! Thanks for sharing
    MH

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