06.08. Wetaskiwin - Jasper

Das schwarze Gold 
oder goldenes Heu

Wir verabschieden und nach einem ausgiebigen Frühstück von unseren großzügigen Gastgebern Karin und Stefan mit ihrer Tochter Simone. Vielen Dank für eure Zeit, die tolle Versorgung und dass wir bei euch unterschlüpfen durften.



Und ein Amen dazu!



Unsere heutige Tour führt uns ein letztes Mal vorbei an der kleinen Kirche und den Silos. Zuerst in den nächsten Baumarkt von Wetaskiwin, wir erstehen eine Kühlbox, wir wollen ja schließlich nicht nur essen gehen, sondern frisches Futter kochen und einkaufen.  Selbstbewusst steuern wir jetzt einen Canadian Tyre an, die nette Verkäuferin scheint mein Gemurmel zu verstehen und ist sehr bemüht. Gut, ich gebe zu, den Wortwechsel hatte ich in Deutschland schon gegoogelt, muss aber ja keiner wissen.
Man versichert uns an der Kasse, das von uns gewählte Model sei das Gängigste, aha. Leider verstehe ich diesen Satz auch erst draußen auf dem Parklatz, dauert halt ein bisschen länger. Aber wenn man immer nett lächelt und nickt, passt das schon und die Kanadier sind zufrieden. 
Die Straße weiter runter betreten wir nun den Supermarkt, hier soll man günstig einkaufen können, wir sind auf das Schlimmste vorbereitet und ich merke mein Gatte ist schon jetzt leicht verstimmt. Alle was im Wagen landet, wird misstrauisch beäugt, auf Notwendigkeit geprüft und abgenickt.  
Immer schön den Umrechnungskurs im Auge behaltend, werde ich mutiger, "Schatzi, drei Wochen, da können wir doch gleich ein paar Flaschen Cola Zero mehr kaufen!" "Schau, so billig" und das stimmte ausnahmsweise mal. 2 Liter Flaschen zu je 97 Kanadischen Cent (knapp 70 Cent), das überzeugt selbst meinen Gatten. 
Warum ich eine Hamsterkaufhaltung an den Tag lege, kann man verstehen, wenn man weiß, dass es von hier ab in die Rocky Mountains hinein von Ort zu Ort teurer wird, schließlich muss alles hintransportiert werden und Supermärkte gibt es hier nicht wie Sand am Meer. 
Uff, das ist harte Überzeugungsarbeit, aber zuletzt verlassen wir mit 3 Kartons Lebensmitteln und Getränken den Markt. 
Heute Abend wird es Steak und Ofenkartoffeln mit Baguette und Aioli geben. Morgen Gemüse, Kartoffeln und Schweinelenden. Zum Frühstück Brötchen, Honig, Marmelade, Wurst und Käse. Für den kleinen Hunger Kekse und Obst. 
Der Käse ist hier noch vergleichsweise günstig, für 160 Gramm Gouda haben wir "nur" 4,56 Kanadische Dollar bezahlt, Letztes Jahr haben wir am Anfang unserer Reise in Camloops vor lauter Schreck ein kleines Stück Gouda für 12 Dollar wieder in die Kühltheke fallen lassen. Auf der Reise sind wir fast verhungert ; ) 
Jedenfalls sind wir jetzt auf alles vorbereitet, egal, ob die nächsten 300 Kilometer kein Supermarkt mehr kommt, was hier durchaus realistisch ist. 
Somit brechen wir endlich auf entlang der 13 über Falun, Westerose, Winfield, Alsike, Carnwood, Drayton Valley, auf den Highway 16 in Richtung Japser. Über Edson und Hinton.  
Diese hübschen Bilder stehen immer solche hübschen aus Holz gefertigten Schilder





Ist die Landschaft zuerst noch grün und flach, kommt sie nun streckenweise wie eine Heidelandschaft daher. Tiefes Dunkelgrün, von krüppeligen, stellenweise verhungert aussehenden Tannen gesäumt. Anschließend wird es leicht hügelig, die Tannen wachsen zu dichten Wäldern heran. Nun wird auch das zweite Standbein der Region sichtbar Ölfördertürme stehen wie große Pilze auf den Fehlten. Ein stetes Auf und Ab pumpt es herauf, das schwarze Gold, der Reichtum der Landschaft.








Da haben wir wieder so einen tollen Koloss, mit ausfahrbarem Balkon verbreitert er noch einmal seine eh schon luxoriöse Wohnfläche



Die Landschaft ist immer noch vom Getreide geprägt


Leider muss ich auf die Schulbusse verzichten, die Kanadier haben wie wir auch Sommerferien

Sieht man leider schlecht, hinter dem Tanker steht ein ganzes Gebäude auf einem Schwerlasttransporter und zieht von A nach B, gar nicht so unüblich hier im Land der Weite

Das sind typische kleinstädtische Motels, ja, die sind nicht hübsch, aber zum Kopf ablegen reichts

Ob das der falsche Weg ist hier zu übernachten?




Die Herrschaften hier fahren zum Autorennen und ihr dürft mal raten, was auf dem Hänger ist ;)

In jedem Nest ein Autohaus


Wenigstens ein Schild kann ich euch zeigen

...leider gab es hier weder Hirsch noch Elch
 
Der Highway 16 erstreckt sich als endlose Einbahnstraße dahin, mehrfach denke ich: ach du Schreck, da steht ein Haus, da wohnt doch tatsächlich jemand!, "Schatz, stell dir vor, du bist hier geboren". Die Ortschaften, die wir passieren weisen alle das gleiche Schema auf, Tim Horton, A&W, Tankstelle, Baumarkt, Industrieansammlung, Bank, Kirche, Autohändler, Motel und Supermarkt. Selten sieht man Häuser, manchmal Wohntrailer, hier wird die Dichte der zwillingsbereiften SUV's höher. Riesige Wohnbusse kreuzen unseren Weg, wem es nicht an Platz genug ist, hängt auch gerne mal einen zusätzlichen Hänger an den eh schon langen Omnibus. Wer's braucht! 
Tiere habe ich heute leider nicht fotografiert, es waren einfach keine zu sehen, statt dessen müsst ihr euch mit Ankündigungsschildern begnügen. 


Mächtiger, mächtiger Badaboom kommt vom Himmel, wie aus heiterem Himmel ergießt sich plötzlich ein Gewitter über uns, ey, das steht aber nicht auf unserer Urlaubsliste. So schnell es kam, so schnell geht es wieder und Schaden genommen haben nur die 2 Harley's, die uns flott auf dem Highway überholen. Die Damen auf dem Sozius müssen hart im Nehmen sein, da wird noch nicht mal gehalten, um über das Spaghettitop etwas Regenfestes zu ziehen. Naja, vielleicht ist es die große Freiheit sich zünftig zu erkälten, meine Mama hätte mich verhauen. 

Zum Glück wechselt das Wetter hier schnell und so ist es da hinten schon wieder hell



Große Freiheit mit gedrosselter Geschwindigkeit

Unser erster Tankversuch bei Esso klappte auf Anhieb, sogar nur mit Lastschrift und Unterschrift ziehen sie uns 1,24 Dollar pro Liter Super (87 Octan) ab. 


Erste hohe Berge, die Ausläufer der Rocky's kommen in Sicht. 

Ich hoffe sie kommen direkt in den Schweinehimmel

Den Eingang zum Nationalpark Jasper passieren wir neben einem Schweinetransporter, schnell die Nationalparkpässe vorgezeigt und in kurzer Zeit erreichen wir unser Ziel die Poccachontas-Lodges. Diese Quartier kennen wir schon vom letzten Jahr. Eine kleine Blockhütte erwartet uns. Alle nett, alles sauber, schnell die Kartoffeln in den Ofen, das Steak auf den vom Nachbarn schon vorgeheizten Barbeque-Grill geworfen. 
Kaum ist alles auf dem Tisch, gibt's 'nen netten Landregen. Alles wieder zusammen räumen, auf die Veranda flüchten, Regen hört auf.  
Aber das Steak schmeckt lecker, ist ja auch voller Antibiotika und Steroide, schnell hochgezüchtet. Nun gut, brauch' ich halt im nächsten Jahr nicht zum Impfen. 
Zwischen den Bergen eingekeilt gibt es hier kein Internet, wozu auch, wir sind ja im Urlaub, der Bericht wird getippt und konserviert, bis ich wieder online bin. 
Ich wünsche euch einen schönen Abend. 
Liebe Grüße 
Edda & Christian

Unsere heutige Route führte uns über den Yellowhead Highway in die Rocky Mountains.
Nach ca. 450 km haben wir kurz vor Jasper die Pocahontas Lodge erreicht.

2 Kommentare:

  1. Hey Edda! Kannst du etwas für mich fotografieren? Einen besonders schönen Jasper-Schriftzug?

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  2. Ich würde gerne, aber an Jasper sind wir leider schon vorbei und wir hatten, wie zu erwarten keinen Internetzugang, deshalb lese ich deinen Wunsch erst jetzt :(. ich schaue mal, vielleicht hatte ich im letzten Jahr einen dabei.

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